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Viele chronische Erkrankungen sind schwierig zu behandeln. Hier konzentrieren wir uns auf acht wichtige Schmerzzustände mit einem hohen ungedeckten Bedürfnis bei Patienten und/oder medizinischen Fachkräften.

Unser Ziel ist es ausführliche Informationen über diese Erkrankungen zur Verfügung zu stellen - vom Krankheitsverständnis bis hin zu Behandlungsansätzen.

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MIGRÄNE


Jährlich leiden mehr als eine Milliarde Menschen an Migräneattacken. Sie sind weltweit die sechsthäufigste Ursache für Behinderungen.1 Migränen sind einseitige, pulsierende Kopfschmerzen, die vier bis 72 Stunden andauern und von Übelkeit und/oder Photophobie und Phonophobie begleitet sein können.2 Die gesellschaftlichen Kosten von Migräne sind enorm. Allein in Europa belaufen sie sich auf 27 Milliarden Euro pro Jahr.3

 

Fakten im Überblick

  • Jährlich leiden mehr als eine Milliarde Menschen an Migräneattacken. Migräne ist weltweit die sechsthäufigste Ursache für Behinderungen.1
  • Migränen sind einseitige, pulsierende Kopfschmerzattacken, die vier bis 72 Stunden andauern und von Übelkeit und/oder Photophobie und Phonophobie begleitet werden können.2
  • Die gesellschaftlichen Kosten von Migräne sind enorm. Allein in Europa belaufen sie sich auf 27 Milliarden Euro pro Jahr.3
  • Akutmaßnahmen gegen Migräne umfassen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Analgetika und Triptane, bei welchen eine frühzeitige Intervention die Zeit bis zum Erreichen von Schmerzfreiheit verkürzen kann.4
  • Zu den prophylaktischen Behandlungsoptionen gehören Betablocker, Kalziumkanalblocker, Antikonvulsiva, trizyklische Antidepressiva und NSAR.5
  • Häufiger und damit oft übermäßiger Medikamentengebrauch kann selbst wieder Kopfschmerzen auslösen. Dies ist für Menschen mit oftmaliger Migräne ein Problem, das nach einer Lösung verlangt.6
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Epidemiologie

Migräne ist die dritthäufigste Erkrankung weltweit und betrifft ungefähr einen von sieben Menschen. International beträgt die Prävalenz 14,7 %.7 Es leiden dreimal so viele Frauen wie Männer daran; zusammenhängend mit hormonellen Unterschieden, die die Krankheit fördern.4,8 Migräne beginnt oft in der Pubertät, hauptsächlich haben jedoch Menschen zwischen 35 und 45 Jahren damit zu kämpfen. Die Erkrankung kann sich allerdings sogar in der Kindheit präsentieren.9

Nachstehend ist die anhand der Bewertung von migränebedingter Behinderung MIDAS (Migraine Disability Assessment) ermittelte Migränebelastung aufgeführt.10,11 Hier zeigte sich bei über der Hälfte der Migränepatienten eine mittelschwere bis schwere Behinderung.10

 

 

Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren prädisponieren Menschen für chronische Migräne. Dazu zählen ineffektive oder übermäßige Einnahme von Medikamenten gegen akute Migräne, Fettleibigkeit, Depressionen und stressige Lebensereignisse.4 Alter, weibliches Geschlecht und niedriger Bildungsstatus erhöhen das Risiko für chronische Migräne ebenfalls.4 Die Erkrankung hat auch ein genetisches Element, wobei Mutationen in drei Genen, die am Ionentransport und an der Neurotransmitterfreisetzung beteiligt sind, mit familiärer hemiplegischer Migräne zusammenhängen.12

 

 

 

Ursachen

Eine Vielzahl an Faktoren können Migräne verursachen, darunter der Verzehr bestimmter Lebensmittel, Stress, übermäßiger Gebrauch von Akutmedikamenten, körperliche Aktivität, niedriger Blutzucker, Angst und Schock sowie hormonelle Veränderungen, sensorische Reize wie helles Licht oder laute Geräusche, Veränderungen beim Schlaf, Wetterumschwünge und Gerüche.13

 

Anzeichen und Symptome

Migräne ist durch pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet, die zwischen vier und 72 Stunden andauern und mit Übelkeit und/oder Photophobie und Phonophobie verbunden sind.2

Man unterteilt Migräne in vier charakteristische Symptomphasen: Prodrom/Prämonitorium, Aura, Kopfschmerzen und Postdrom.1,14 Nicht bei allen Patienten treten alle vier Phasen auf. Es gibt zwei Klassifikationen der Migräne, die auf dem Vorhandensein oder Fehlen der Aura-Phase vor den Kopfschmerzen beruhen.Patienten, bei denen die Migräne-Aura auftritt, leiden auch an vorübergehenden fokalen neurologischen Symptomen.1

 

 

 

Pathophysiologie

Migräne ist eine komplexe Störung des Hirns, die durch neuronale Übererregbarkeit gekennzeichnet ist.15 Beteiligt sind mehrere kortikale, subkortikale und Hirnstammregionen. Nozizeptive Signale, die den Thalamus erreichen, werden durch die Freisetzung von exzitatorischen und inhibitorischen Neuropeptiden/Neurotransmittern aus Hypothalamus- und Hirnstammneuronen reguliert.16 Die Beiträge dieser Neuronen modulieren die allostatische Belastung des Gehirns, d. h. die bewältigbare Menge an Stress, und bestimmen, ob nozizeptive Signale an den Kortex weitergeleitet werden.15,16

Es wird diskutiert, dass eine erhöhte Nozizeption auch auf eine geringe zyklische Hirnstammaktivität zurückzuführen sein kann, die den Schwellenwert für die nozizeptive Signalübertragung senkt.15 Der Hypothalamus ist an der Prodromphase beteiligt, wobei Aktivierungen im posterolateralen Hypothalamus und im tegmentalen Bereich des Mittelhirns, im periaquäduktalen Grau, im dorsalen Pons und in kortikalen Bereichen feststellbar sind.15

 

 

 

Diagnose

Es gibt zwei Haupttypen der Migräne: Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura. Die sich leicht unterscheidenden diagnostischen Kriterien für diese sind in der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen (ICHD) beschrieben.17 Man kennt viele Untergruppen von Migräne mit Aura, die in der ICHD-3 dargestellt werden.17

 

 

Management

Leitlinien und Empfehlungen

Das Management der akuten Migräne umfasst sowohl unspezifische (symptomatische) als auch spezifische Medikamente gegen Migräne. Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken setzt man vorwiegend unspezifische Behandlungen ein, während in schweren Fällen spezifische Therapien gegen Migräne angewandt werden.18,19 Die regelmäßige Anwendung von Akutmedikamenten kann zu deren übermäßigem Gebrauch führen, was wiederum Kopfschmerzen auslösen kann. Dies gilt es zu vermeiden.16

Die Leitlinien der European Headache Federation (EHF) schlagen einen schrittweisen Ansatz zur Behandlung von Migräne vor: zu Beginn („Schritt eins“) einfache Analgetika zusammen mit Antiemetika anwenden, um mit Medikamenten assoziierte Magensymptome zu vermeiden. Triptane kommen dann als Schritt zwei zum Einsatz, falls die Patienten nicht auf die Schritt-eins-Behandlung angesprochen haben.

Die neuesten Leitlinien der International Headache Society (IHS) und der EHF finden Sie hier.

 

 

 

Pharmakologische Behandlungen

Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) ist an der Schmerzmodulation und -wahrnehmung sowie Sensibilisierung beteiligt. Die Forschung zeigt, dass seine Aktivität während Migräneattacken erhöht ist.23 Monoklonale Anti-CGRP-Antikörper sind eine neuartige Option bei der prophylaktischen Behandlung von Migräne.23 Solche migränespezifischen Ansätze haben das Potenzial, die vorbeugende Behandlung zu individualisieren und die Patienten-Outcomes zu verbessern.23

Ungedeckte medizinische Bedürfnisse

Gegenwärtige Migränetherapien führen nur bei einer kleinen Untergruppe von Patienten zu einer anhaltenden Schmerzlinderung. Zudem können sie zu häufigem und damit oft übermäßigem Medikamentengebrauch führen, der wiederum Kopfschmerzen auslösen kann.4,6 Dies ist ein offenkundiges Problem bei Patienten mit oftmaligen Migräneepisoden. Prophylaktische Behandlungen zur Vorbeugung einer Chronifizierung der Migräne sind vielversprechend. Es besteht jedoch ein Bedarf an spezifischen randomisierten, kontrollierten Studien, in denen Behandlungsoptionen für Kopfschmerzen bei übermäßigem Gebrauch der Arzneimittel untersucht werden.4 Neben den notwendigen detaillierteren Studien ist eine Aufklärung der Patienten über die Gefahren eines übermäßigen Einsatzes von Akutmedikamenten wichtig.6

Ressourcen

 

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  • Quellen

    1. Goadsby PJ et al. Physiol Rev. 2017;97:553–622.

    2. National Institute for Health and Care Excellence. British National Formulary. Migraine treatment summary. Available at: https://bnf.nice.org.uk/treatment-summary/migraine.html. Accessed May 2020.

    3. European Brain Council. Migraine fact sheet. 2011. Available at: http://ebc-brussels.org/wp-content/uploads/2015/07/Migraine-fact-sheet-Sept-2011.pdf. Accessed May 2020.

    4. May A & Schulte LH. Nat Rev Neurol. 2016;12(8):455–64.

    5. Steiner TJ & Martelletti P. J Headache Pain. 2007;8(Suppl. 1):S15.

    6. Charles A. Lancet Neurol. 2018;17:174–82.

    7. Steiner TJ et al. J Headache Pain. 2013;14:1.

    8. Misakian AL et al. J Womens Health (Larchmt). 2003;12(10):1027–36.

    9. The Migraine Trust. Facts and figures. Available at: https://www.migrainetrust.org/about-migraine/migraine-what-is-it/facts-figures/. Accessed May 2020.

    10. MacGregor EA et al. Headache. 2003;43:19–26.

    11. Peng KP & Wang SJ. Acta Anaesthesiol Taiwan. 2012;50:69–73.

    12. Sutherland HG et al. J Headache Pain. 2019;20(1):72.

    13. National Health Service. Migraine causes. 2019. Available at: https://www.nhs.uk/conditions/migraine/causes/. Accessed May 2020.

    14. Giffin NJ et al. Neurology. 2016;87(3):309–13.

    15. Burstein R et al. J Neurosci. 2015;35(17):6619–29.

    16. Dodick DW. Headache. 2018;58(Suppl. 1):4–16.

    17. ICHD-3. Cephalalgia. 2018;38(1):1–211.

    18. Steiner TJ & Martelletti P. J Headache Pain. 2007;8(Suppl. 1):S2.

    19. Antonaci F et al. J Headache Pain. 2010;11:13–9.

    20. American Headache Society. Headache. 2019;59(1):1–18.

    21. The Migraine Trust. Preventative migraine treatments. Available at: https://www.migrainetrust.org/living-with-migraine/treatments/preventive-medicines/. Accessed May 2020.

    22. Deen M et al. J Headache Pain. 2017;18(1):96.

    23. Agostoni EC et al. J Headache Pain. 2019;20(1):92.